Fenster einbauen in 5 Schritten

So mancher Heimwerker schreckt vor dem Fenstereinbau zurück – zu groß scheinen der Aufwand und die Wahrscheinlichkeit, dass Fehler passieren. Doch soll ein Schreiner die Fenster einbauen, sind die Kosten höher und du musst dich nach dessen Terminplan richten. Wenn du alle Materialien und Werkzeuge zur Hand hast, bist du unabhängiger und kannst einfache Reparaturarbeiten später leicht allein erledigen. Mit unserer Anleitung meisterst du die Fenstermontage Schritt für Schritt.


Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten

Dauer: Zwei bis drei Stunden pro Fenstereinbau

Werkzeug: Bohrmaschine, Schlagbohrer, Stein- und Holzbohrer, Zollstock, Wasserwaage, Bauschaumpistole, Fensterschaum, Fensterbauschrauben, Unterlegscheiben, Dichtband, Mörtel, Cuttermesser


Fenster selber einbauen und abdichten: Vorüberlegungen

Auch wenn du die Wandöffnung vor dem Kauf der Fenster bereits sorgfältig ausgemessen hast, ist es besser, die Maße erneut zu prüfen, bevor du mit der Fenstermontage beginnst. Es wäre ärgerlich, wenn du beim Einbau feststellst, dass die Abmessungen des Fensterrahmens falsch sind.

Mach dir auch Gedanken über die Abdichtung. Es sind drei verschiedene Abdichtungsebenen nötig; sie stellen sicher, dass dein Fenster dicht verbaut ist:

  • Die innere Ebene muss dampfdiffusionsdicht (also dampfluftundurchlässig) gedämmt werden, damit keine übermäßigen Wärme- und Energieverluste entstehen. Dazu kannst du entweder Folie oder eine Fugenmasse aus Acryl verwenden.
  • Die mittlere Ebene ist für die Wärmedämmung zuständig. Spezieller Fensterschaum auf Polyurethan-Basis, Baustoffe aus Mineral- oder Baumwollfasern oder Rundschnur aus Polyethylen kommen für diesen Bereich am häufigsten zum Einsatz.
  • Die äußere Abdichtung sollte dampfdiffusionsoffen sein, damit Feuchtigkeit nach draußen gelangen kann und nicht im Fensterrahmen oder Mauerwerk stockt. Hierfür kannst du entweder komprimiertes Dichtband oder Silikon benutzen.

Jedes der genannten Isolationsmaterialien hat spezifische Vor- und Nachteile. Welche Lösung die beste für dich ist, hängt zum Beispiel davon ab, ob es sich bei dem Gebäude, in dem du die Fenster einbauen willst, um einen Altbau oder einen Neubau handelt. Entscheidend ist auch, aus welchem Material deine Fenster bestehen. Falls du unsicher bist, lass dich bei der Wahl der Abdichtung in einem unserer Fachmärkte beraten.


Vorbereitung für die Fenstermontage: Altes Fenster ausbauen

Altes Fenster ausbauen

In den meisten Fällen (falls du nicht gerade ein neues Haus baust) musst du wahrscheinlich zunächst ein altes Fenster ausbauen, bevor du das neue Fenster einbauen kannst. Dafür hängst du zuerst vorsichtig die Fensterflügel aus; nun hast du freie Bahn, um den Fensterrahmen zu entfernen.

Ein Fensterrahmen lässt sich am leichtesten Stück für Stück aus der Fensterlaibung lösen. Säge ihn dafür an mehreren Stellen an und entferne die einzelnen Rahmenteile mit vorsichtigen Hammerschlägen oder – in hartnäckigen Fällen – mit einem Brecheisen. Versuche, dabei die Wand möglichst nicht zu beschädigen. Je nachdem, was zuvor zur Stabilisierung des Rahmens verwendet wurde, musst du nun die alten Rahmendübel oder -laschen (Metallstreifen, die mit dem Mauerwerk verschraubt werden) entfernen. Im letzten Schritt klopfst du eventuell vorhandenen Montage- oder Fensterschaum entfernen und die Putzreste aus der Fensterlaibung heraus.


Schritt 1: Fensterlaibungen und Fenster für den Fenstereinbau vorbereiten

Jetzt geht es an die Arbeit. Bereite zuerst die Fensterlaibungen vor. Stelle sicher, dass das Mauerwerk an den entsprechenden Stellen nicht beschädigt ist. Falls es das ist, muss es zunächst ausgebessert werden. Nur wenn dieVerlaibungen glatt und ohne Risse sind, kannst du das Fenster so einbauen, dämmen und verputzen, dass keine Wärmebrücken oder Schimmelstellen entstehen. Säubere die Oberflächen von Staub und anderen Verunreinigungen, damit sich die Abdichtung später optimal mit dem Mauerwerk verbinden kann.

Zuletzt bereitest du das Fenster selbst auf den Einbau vor. Falls es sich um Holzfenster handelt, solltest du spätestens jetzt alle Flächen, die nach dem Einbau nicht mehr zu erreichen sind, mit Holzlasur behandeln. Hast du bereits einbaufertige Kunststofffenster gekauft, musst du lediglich die Griffe montieren und die Fensterflügel aushängen. Zuerst wird nämlich nur der Rahmen montiert.


Schritt 2: Rahmen einsetzen und ausrichten

Bevor du nun wirklich loslegen und das Fenster einbauen kannst, wird das Dichtband (oder eine alternative Abdichtungsmethode) umlaufend auf der Außenseite des Rahmens angebracht. Es sorgt später dafür, dass die Verbindung zum Mauerwerk temperatur- und wasserdicht ist. Dann setzt du den Rahmen ein und richtest ihn, falls notwendig, mit Unterlegscheiben aus. Mit ihnen kannst du eventuelle Unebenheiten der Fensterlaibungen ausgleichen. Kontrolliere das Ausrichten immer mit einer Wasserwaage. Das ist wichtig, damit die Fenster sich nach dem Einbau problemlos öffnen und schließen lassen.


Schritt 3: Fensterrahmen für die Fenstermontage verschrauben

Mann verschraubt Fensterrahmen

Sobald der Rahmen perfekt ausgerichtet ist, wird er fest mit dem Mauerwerk verschraubt. Dazu nutzt du am besten spezielle Fensterbauschrauben. Sie sind besonders lang, um eine feste Verankerung sicherzustellen, und lassen sich ohne Dübel verwenden. Bei einigen Schraubentypen musst du eventuell Löcher vorbohren, es gibt jedoch auch Varianten mit Schneidgewinde. Sie sind in den unterschiedlichsten Ausführungen für eine Vielzahl von Wandmaterialien erhältlich.

Die meisten Fensterrahmen sind schon von vorneherein mit vorgebohrten Schraublöchern versehen. Falls das bei deinen Rahmen nicht so ist, kannst du sie selber im maximalen Abstand von 70 Zentimetern in den Rahmen bohren.

Prüfe während des Verschraubens immer wieder die Position des Rahmens mit der Wasserwaage. Jetzt kannst du sie noch verhältnismäßig einfach korrigieren. Nach dem Abdichten ist das nur noch mit großem Aufwand möglich.


Schritt 4: Zwischenräume am Fenster mit Schaum abdichten

Zwischenräume mit Schaum abdichten

Falls du für die äußere Abdichtungsebene Dichtband verwendet hast, wartest du nun, bis es sich vollständig ans Mauerwerk angepasst hat, bevor du den Zwischenraum zwischen Fensterlaibung und Rahmen mit Fensterschaum oder einer anderen Dichtmasse füllst. Beachte bei der Dosierung, dass sich der Schaum ausdehnt. Sobald die Masse vollständig ausgehärtet ist, schneidest du den überstehenden Teil ab und entfernst die Unterlegscheiben oder Keile, die du zur Ausrichtung des Rahmens verwendet hast. Anschließend musst du auch diese Zwischenräume am Fenster mit Schaum abdichten, damit später weder Zugluft noch Feuchtigkeit durchdringen.

Falls du ein neues Fensterbrett anbringen willst, ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Schneide die Fensterbank mit einer Stichsäge so zu, dass sie optimal in die dafür vorgesehene Wandaussparung passt. Anschließend gibst du in diese schnell trocknenden Klebemörtel hinein und setzt das Fensterbrett so ein, dass der Abstand zum Fensterrahmen möglichst gering ist. Sobald die Fensterbank stabil montiert ist, kannst du die Übergänge zur Wand verputzen und alle Fugen (auch die zwischen Fensterrahmen und Fensterbank) mit der letzten, inneren Abdichtungsschicht versiegeln.


Schritt 5: Fensterflügel einhängen und ausrichten

Mann setzt Fenster ein

Nun hängst du die Fensterflügel ein und richtest sie so aus, dass du das Fenster leichtgängig öffnen und schließen kannst und keine Luftbrücken entstehen. Das klingt einfach, kann jedoch zur Geduldsprobe werden. Mache dich zunächst genau mit dem Schließmechanismus deines Fensters vertraut und schaue dir die Lager zur Nachjustierung (auf der Rahmenseite gegenüber des Fenstergriffs) an, um herauszufinden, welche Inbusschlüssel oder Schraubenzieher du für die Einstellung benötigst.

Fenster, die sowohl breit geöffnet als auch gekippt werden können, sind in der Regel mit einem Ecklager (unten) und einem Scherenlager (oben) ausgestattet. Damit kannst du die Position der Fensterflügel parallel zur Seite oder in der Höhe sowie diagonal verändern. Auch der Anpressdruck lässt sich nachträglich einstellen.

Folgende Probleme lassen sich über die Nachjustierung der Fensterlager beheben:

  • Fensterflügel hängt schief: Wenn ein Fensterflügel klemmt oder schleift, weil er nicht parallel zum seitlichen Fensterrahmen ausgerichtet ist, kannst du seine Position am Scherenlager verändern. Befindet sich das Scherenlager an der rechten Seite des Fensterflügels, musst du die Einstellschraube im Uhrzeigersinn drehen, damit sich die Griffseite des Fensters anhebt, und entgegen dem Uhrzeigersinn, damit sie sich senkt. Versuche das so lange, bis der Fensterflügel parallel zum Rahmen steht und sich widerstandslos öffnen und schließen lässt.
  • Fensterflügel hängt zu hoch oder zu tief: Schleift der Fensterflügel beim Öffnen und Schließen nur oben oder unten am Rahmen, ist das ein Zeichen dafür, dass er zu hoch bzw. zu tief hängt. Das lässt sich mithilfe des Ecklagers korrigieren. Wenn du die Einstellschraube im Uhrzeigersinn drehst, hebst du den Fensterflügel an, gegen den Uhrzeigersinn senkst du ihn ab. Sobald kein Widerstand mehr zu spüren ist und der Flügel oben und unten den gleichen Abstand zur Rahmenkante aufweist, ist der Fensterflügel in der optimalen Position.
  • Zugluft trotz zentraler Ausrichtung: Wenn du trotz optimaler Ausrichtung rund um das Fenster einen Luftzug verspürst, kann ein zu geringer Anpressdruck des Fensterflügels der Grund dafür sein. Den Druck erhöhst du, indem du die Schließzapfen (auf der Griffseite des Fensterflügels) im Uhrzeigersinn drehst. Stellst du danach fest, dass sich das Fenster nur noch sehr schwer schließen lässt, ist der Anpressdruck zu hoch und muss durch das Drehen der Schließzapfen entgegen dem Uhrzeigersinn verringert werden.

Sind die Fensterflügel optimal eingestellt, musst du nur noch alle Schutzfolien entfernen und die verschmutzten Flächen reinigen. Damit hast du die Fenstermontage erfolgreich gemeistert.


Fenster selber einbauen: Welche Kosten sparst du?

Nun stellst du dir vielleicht die Frage: Lohnt sich der Aufwand überhaupt? Wenn du dich entscheidest, deine neuen Fenster selber einzubauen, sind die Kosten deutlich geringer, als wenn ein Schreiner die Arbeiten ausführt. Das liegt in erster Linie an der Arbeitszeit, die du den Handwerkern bezahlen musst. Der Stundenlohn unterscheidet sich regional, liegt aber durchschnittlich etwa bei 45 Euro pro Person. So kommen schnell mehrere Hundert Euro zusammen – neben den Kosten für die Fenster selbst eine der entscheidendsten Positionen der Preiskalkulation.

Allerdings arbeiten die meisten Profis routiniert und dementsprechend schnell. Insbesondere, wenn du mehrere Fenster einbauen musst, kann das ein großer Vorteil sein. Eine Arbeit, die dich selbst vielleicht eine ganze Woche kostet, ist dann in ein bis zwei Tagen erledigt. Dazu kommt, dass die Arbeiter alle nötigen Werkzeuge und Materialien zur Hand haben, deren Anschaffung dich ebenfalls Zeit und Geld kosten würde.

Abschließend kann man also sagen: Es hängt von deiner Situation und deinen Fertigkeiten ab, wie sehr es sich lohnt, den Fenstereinbau selbst durchzuführen. Hast du eine gut ausgestattete Werkstatt und ausreichend Zeit, kannst du nicht nur Kosten sparen, sondern weißt im Notfall auch, wie du deine Fenster bei Problemen nachjustieren oder reparieren kannst.

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