Ratgeber
Inhalt:
Schwierigkeitsgrad: Leicht
Dauer: Je nach Fläche zwei bis drei Stunden
Werkzeuge: Tapetenkleister, Kleisterbürste, Eimer, Umrührstab, Leiter, Wasserwaage, Cuttermesser, Andrückwalze oder Andrückspachtel, Moosgummirolle

Es ist Zeit für einen Tapetenwechsel? Kein Problem – mit Vliestapeten gelingt er schnell und einfach. Vliestapeten bestehen aus langfaserigem Textil- und Zellstoff, was sie sehr stabil und reißfest macht. Zudem sind sie in einer riesigen Vielfalt an Farben, Design und Oberflächenqualität erhältlich. Erfahre in der praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitung von toom Baumarkt, wie du eine Vliestapete an Wand & Decke anbringen solltest und welche Besonderheiten es beim Tapezieren einer Vliestapete an der Decke sowie an Ecken zu beachten gibt.


Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anbringen einer Vliestapete

Mann bringt Vliestapete an

Gegenüber Papiertapeten bieten Vliestapeten den großen Vorteil, dass das Anbringen ebenso unkompliziert ist wie die rückstandslose Entfernung. Wenn dir die Tapete irgendwann nicht mehr gefällt, ist ein erneuter Tapetenwechsel also problemlos möglich. Anders als Papiertapeten benötigen Vliestapeten außerdem keine Einweichzeit, was ihre Verarbeitung zusätzlich vereinfacht. Das besondere Material verhindert, dass sich die Tapetenbahnen nach dem Anbringen der Vliestapete ausdehnen oder zusammenziehen, wie es bei Papiertapeten oft der Fall ist.

Bei Vlies handelt es sich um ein sogenanntes diffusionsoffenes Material, was bedeutet, dass es sowohl luft- als auch wasserdampfdurchlässig ist. Daher bieten sich besonders feuchte Räume wie das Badezimmer, die Küche oder der Keller für Vliestapeten an. Einer Schimmelbildung wird durch das Anbringen von Vliestapeten effektiv vorgebeugt. Übrigens: Wie du Schimmel entfernen und vorbeugen kannst, erfährst du in einer anderen Anleitung.

Ein weiteres Plus von Vliestapeten: Verschmutzungen lassen nach dem Tapezieren ganz einfach mit einem feuchten Lappen von Wand und Decke abwischen. Im Folgenden erfährst du anhand einer praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du beim Anbringen einer Vliestapete am besten vorgehst.

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Schritt 1: Entfernen der alten Vliestapete

Tapetenreste werden mit einem Spachtel entfernt.

Falls sich Tapetenreste an den Wänden befinden oder das Zimmer sogar noch vollständig tapeziert ist, musst du die alte Tapete entfernen – und zwar möglichst vollständig. Du kannst zwar auch die Bahnen der Vliestapete direkt auf die vorhandene Tapete kleben, jedoch besteht dann die Gefahr, dass sich Teile der alten Schichten durch die Feuchtigkeit lösen oder Muster und Unebenheiten zu sehen sind.

Vliestapete auf Vliestapete kleben? Möglich, aber aus zuvor genannten Gründen nicht unbedingt ratsam. Falls es sich bei der alten Schicht also ebenfalls um eine Vliestapete handelt, kannst du diese leicht entfernen, indem du sie mit etwas warmem Wasser einweichst und anschließend in Bahnen von der Wand ziehst. Papiertapeten, vor allem wenn sie mit Farbe gestrichen wurden, erfordern mitunter den Einsatz von Tapetenlöser. Lasse diesen zunächst gut einwirken und entferne die Tapete anschließend mit Hilfe eines Spachtels.


Schritt 2: Grundierung vor dem Tapezieren mit Vliestapete

vorbereiteter Untergrund zum Tapezieren

Bevor du eine Vliestapete anbringen kannst, musst du den Untergrund entsprechend vorbereiten. Wichtig ist eine gleichmäßige, trockene und tragfähige Wandoberfläche. Nachdem du Unebenheiten beseitigt oder ausgebessert hast, trägst du eine spezielle Grundierung auf, die gewährleistet, dass die Tapete später gut an der Wand haftet. Aufgrund ihrer Faserstruktur sind Vliestapeten leicht transparent. Das solltest du bei der Vorbereitung beachten und dunkle Stellen an der Wand gegebenenfalls mit einer deckenden Grundierung aufhellen. Optimal ist es, wenn du den Untergrund für die Vliestapete in der Grundfarbe der Tapete streichst. So fällt es weniger auf, wenn doch einmal eine kleine Lücke zwischen zwei Tapetenbahnen bleibt.

Falls die Wand trotz aller Vorbereitungen noch Unebenheiten aufweist, die nur schwer zu beheben sind, musst du dir keine Sorgen machen: Mit einer Vliestapete lassen sie sich gut kaschieren – vor allem, wenn die Tapete stark strukturiert oder gemustert ist.


Schritt 3: Kleister auf die Wand bringen

Mann bringt Kleister an Tapete an

Zum Anbringen einer Vliestapete ist kein spezieller Kleister notwendig. Du kannst einfach herkömmlichen Tapetenkleister verwenden, den du in einem Eimer mit einem Stab anrührst. Anschließend streichst du den Kleister für zwei bis drei Tapetenbahnen mit einer Bürste direkt auf die (vollständig durchgetrocknete) Wand. Die Vliestapete musst du nicht einkleistern. Es reicht aus, sie direkt auf die mit Kleister bestrichene Wand zu kleben.


Schritt 4: Vliestapete kleben

Mann bringt Vliestapete an

Vliestapeten zu kleben ist nicht schwer: Setze die erste Bahn in den noch feuchten Kleister auf die Wand. Wenn du es dir leichter machen willst, kannst du vorher noch senkrechte Markierungen an die Wand zeichnen. Sie erleichtern ein exaktes und gerades Anbringen der Vliestapete.

Beginne ganz oben und lasse etwa drei Zentimeter Überstand zur Decke. Falls du keine Markierungen angezeichnet hast, kontrollierst du am besten mit einer Wasserwaage, ob die Tapetenbahn wirklich senkrecht ausgerichtet ist. Anschließend rollst du die Tapetenbahn von oben nach unten ab. Streiche die Bahn zuletzt mit einer Tapezierbürste oder einer Moosgummirolle glatt und drücke sie fest an die Wand.


Schritt 5: Vliestapete schneiden und anpassen

Mann bringt Vliestapete an

Im letzten Schritt schneidest du die überstehende Vliestapete oben an der Decke und unten am Boden mit der Hilfe eines Tapezierspachtels und eines Cuttermessers ab. Alternativ eignet sich ein Andrückspachtel sehr gut, um an der Wand saubere Abschlüsse zu schneiden. Hast du die erste Bahn angepasst, kannst du schon die nächste Vliestapete anbringen. Lege diese bündig an die erste Bahn an, denn du solltest Vliestapeten nicht überlappend, sondern auf Stoß tapezieren.

Aufwendiger ist das Ankleben von Mustertapeten: Hierbei musst du auf den Musterversatz achten. Manche Tapeten weisen einen Rapport auf – das bedeutet, dass sich das Muster im immer gleichen Abstand wiederholt. Schaue dir in diesem Fall die Symbole auf der Verpackung an, die verdeutlichen, wie das Tapetenmuster zu verarbeiten ist.



Besonderheiten beim Tapezieren mit Vliestapete:

Decke und Ecken

Vliestapete in moderner Küche

Stellt sich dir die Frage, wie du die Vliestapete in den Ecken deines Raumes tapezieren kannst? Ganz einfach: Schneide eine Tapetenbahn zuerst der Länge nach so ab, dass sich etwa zwei bis drei Zentimeter Überstand zur nächsten Wand ergeben. Die neue Tapetenbahn für die andere Seite der Zimmerecke klebst du über den Überstand. So entsteht nach dem Anbringen der Vliestapete ein gleichmäßiges Gesamtbild, auch wenn die Wände nicht ganz gerade sind (was in vielen Altbauten der Fall ist). Mehr Tipps zum Tapezieren von Wänden findest du im gleichnamigen Ratgeberartikel. 

Möchtest du eine Vliestapete an der Decke tapezieren, solltest du ganz ähnlich vorgehen wie vertikalen Wänden. Kleistere die Decke zunächst ein und rolle die Tapetenbahnen dann langsam und mit Hilfe einer Leiter an der Decke ab, wobei an den Ecken jeweils ein Überstand verbleiben sollte. Ist ein Deckenlampenanschluss vorhanden, kannst du diesen einfach übertapezieren und die Tapete später mit einem Cuttermesser einschneiden, um das Kabel herauszuziehen. Aber Achtung: Bevor es an das Tapezieren der Decke geht, solltest du unbedingt die entsprechende Sicherung umlegen und den Strom ausstellen!


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