Pfingstrosen pflegen und Blütenpracht genießen

Die beliebte Pfingstrose (auch „Päonie“) wird in China schon seit über 2.000 Jahren als Zierpflanze kultiviert. Ihre grazile Schönheit hat so manchen Künstler dazu veranlasst, sie auf Bildern zu verewigen. Die Pfingstrose ist einfach zu pflegen. Beachtest du ein paar wesentliche Dinge, belohnt sie dich mit riesigen farbenprächtigen Blüten.


Standort: Sonnig

Gießen: Mäßig gießen

Düngezeit: Frühjahr und Sommer

Blütezeit: April bis Mai


Welche Pfingstrosen pflanzen?

In Europa wird die „Rose ohne Dornen“ in den mittelalterlichen Klostergärten schon seit dem 14. Jahrhundert als wertvolle Heilpflanze angebaut. Zahlreiche Sorten wurden neugezüchtet. Heute ist diese Prachtstaude fester Bestandteil eines Bauerngartens. Aber auch andere Gartenideen bereichert sie.

Gelb, Rosa, Weiß oder Rubinrot: Das Sortenspektrum ist groß. Die circa 32 verschiedenen Arten können zwei Gruppen zugeteilt werden: Stauden- und Strauchpfingstrosen. Krautige Staudenpflanzen haben einen knolligen Wurzelstock. Im Herbst ziehen sie sich in den Boden zurück; im Frühjahr zeigen sie Knospen, aus denen neue Triebe sprießen. Je nach Wetterlage zeigen sich Ende April oder Anfang Mai die ersten Blüten. Die kompakten Blumenköpfe weisen sehr dicht stehende Blütenblätter auf.

Die verholzenden Strauch- oder Baumpäonien wachsen deutlich höher. Ihre Äste und Zweige, die im Winter nicht komplett absterben, bilden ebenfalls im Frühjahr Knospen aus. Verschiedene Wildarten der Pfingstrose findet man vor allem im Mittelmeerraum und in China. Daneben gibt es veredelte Pfingstrosen und hybride Pflanzen. Letztere vereinen die Blütenpracht gezüchteter Sorten mit der Widerstandsfähigkeit urwüchsiger Arten. Strauchpfingstrosen blühen etwas später. Ab Mitte Mai tragen sie Blüten, die deutlich größer ausfallen als bei Staudenarten.


Bei Pfingstrosen Standort gut auswählen

Pfingstrosen bevorzugen sonnige Standorte, tolerieren zum Teil aber auch halbschattige Plätze. Achte darauf, dass der Boden locker und nährstoffreich ist. Wichtig ist auch, dass Wasser gut abfließen kann, da die fleischigen Wurzeln sehr empfindlich gegen Staunässe sind. Bei stark durchfeuchteten und verdichteten Gartenböden kannst du die Pfingstrose einfacher pflegen, wenn du sie auf einem kleinen Hügel oder einer anderen Erhebung pflanzt. Grabe den Boden vorher um, um ihn aufzulockern.

Bei der Standortauswahl ist wichtig, dass ausreichend Platz vorhanden ist. Denn im Gegensatz zu anderen Stauden sollten die üppigen und langlebigen Pfingstrosen nicht umgepflanzt werden, sondern möglichst dauerhaft an einem Standort bleiben und nur selten geteilt werden. Will man eine Pfingstrose ersetzen, dann sollte ein neuer Standort gewählt werden. Alternativ kann das alte Erdreich großräumig abgetragen und durch neues ersetzt werden. Würde man an der gleichen Stelle neu pflanzen, könnte es aufgrund der Bodenmüdigkeit zu Ausfällen kommen.

Ideale Begleiter für Pfingstrosen sind zum Beispiel Rittersporn, Sonnenhut, Margeriten und andere typische Stauden für Bauerngärten.


Pfingstrosen: Pflanzzeit und Anpflanzung

Wie du eine Pfingstrose am besten pflanzt, hängt von der Sorte ab. Staudengewächse solltest du sehr flach in die Erde einsetzen. Bedecke die Wurzelballen also nur mit etwas Erde, da sie sonst in den Folgejahren nicht oder nur wenig blühen. Aufgrund der zu erwartenden Pflanzengröße ist ein Pflanzabstand von 80–100 Zentimetern (cm) nötig. Da Strauch- oder Baumpfingstrosen längere Wurzeln ausbilden, solltest du ein 100–150 Zentimeter tiefes Loch graben. Hier sollte die Veredlungsstelle nach der Pflanzung 10–15 Zentimeter  unter der Erdoberfläche liegen, damit viele kräftige Neutriebe und später buschige Pflanzen entstehen.

Bei Pfingstrosen spielt auch die Pflanzzeit eine Rolle. Am meisten bietet sich der Zeitraum zwischen Ende August und Mitte September an. So gibst du ihnen genügend Zeit, vor den ersten Nachtfrösten robuste Wurzeln auszubilden, denn Jungpflanzen sind etwas kälteempfindlich.


Pflegen und Düngen

Pfingstrosen zu pflegen ist relativ einfach. Auf ein paar Dinge solltest du aber achten:

  • Pfingstrosen düngen: Als Starkzehrer benötigen sie vor allem während des Austriebs und nach der Blüte mehr Nährstoffe. Am meisten empfehlen sich mineralische, stickstoffarme Dünger.
  • Mäßige Feuchte: Mulche den Boden im Sommer, um den Boden leicht feucht zuhalten und die Bodenstruktur zu verbessern. Bei längeren Hitzeperioden solltest du sie häufiger gießen, aber Staunässe vermeiden.
  • Staudenhalter: Er verhindert bei blütenreichen Sorten, dass sich die Sprossachsen verbiegen und die Blüten zu stark überhängen.
  • Schutz vor Schädlingen: Faule Stiele und vertrocknete Knospen deuten auf Grauschimmelpilz hin. Am besten beugst du ihnen vor, indem du humusarme Erde verwendest. Völlig harmlos sind dagegen Ameisen. Sie interessieren sich lediglich für den süßen Nektar der Knospen.

Pfingstrosen schneiden

Zurückgeschnittene Pfingstrosen kannst du besser pflegen. Notwendig ist dies jedoch nur bei den Staudenarten.

Wenn du deine Pfingstrosen regelmäßig schneidest, belohnt dich die Staude mit kompaktem Wuchs und voller Blüte. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr, denn der Schnitt hält zugleich das Risiko eines Pilzbefalls während dieser feuchten Jahreszeit gering. Noch bevor sich erste Triebe bilden, kürzt du das Gewächs auf bis zu zehn Zentimeter über dem Boden. Bei pilzkranken Pflanzen solltest du möglichst alle befallenen Teile entfernen. Auch im Herbst kannst du Pfingstrosen zurückschneiden, um Krankheiten vorzubeugen.

Tipp: Pfingstrosen erfreuen auch als Schnittblume in der Vase tagelang mit ihrer Schönheit und dem besonderen Duft. Wenn Sie die Blumen nach dem Anschneiden für zwei Minuten in heißes, aber nicht mehr kochendes Wasser stellen, hält die Blütenpracht besonders lange.


Pfingstrosen überwintern

Die winterharte Pflanze hält zwar der nordeuropäischen Kälte stand, doch bei Minusgraden im zweistelligen Bereich kann es kritisch werden. Das gilt vor allem für Jungpflanzen. In den ersten vier Jahren nach Anpflanzung empfiehlt es sich daher, das Gewächs mit einer Schicht Reisig oder Rindenmulch abzudecken. Auch bei Spätfrösten ist es sicherer, Pfingstrosen beim Überwintern zu unterstützen. Hier kann eine Reisigschicht den Austrieb verzögern. Strauchsorten sind aufgrund der verholzenden Triebe besser gewappnet. Nur bei extremen Minusgraden drohen Pflanzen von hohem Wuchs abzubrechen.