Damit deine Pflanzen wachsen und gedeihen, benötigen sie neben Wasser und Licht auch Nährstoffe. Diese sind im Beet oder im Topf allerdings nicht immer ausreichend vorhanden. Fehlen Nährstoffe, kannst du den Mangel mit Dünger ausgleichen. Vor allem Obst- und Gemüsepflanzen müssen zusätzlich versorgt werden. Aber auch für Blühpflanzen empfiehlt sich eine regelmäßige Düngergabe.

Im Handel gibt es eine Vielzahl an Düngemitteln, die sich in nicht nur in ihrer Form, sondern auch in ihrer Nährstoffzusammensetzung unterscheiden. Hinzu kommen organische Dünger, die man selbst im Haus oder im Garten herstellen kann. Doch welcher Dünger eignet sich für welche Pflanze? Und wann sollte überhaupt gedüngt werden? Dieser Beitrag klärt auf.

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Arten von Düngemitteln

Kaffeesatz wird in Topfpflanze verteilt

Generell unterscheidet man zwischen organischen und mineralischen Düngern. Organische Dünger reichern den Boden mit Humus an und tragen langfristig zur Bodenverbesserung bei. Die Nährstoffe müssen zunächst von Mikroorganismen im Boden aufgeschlossen werden, bevor die Pflanzen sie verwerten können. Zu den organischen Düngern zählen:

  • Kompost: für die meisten Pflanzen geeignet. Enthält alle wichtigen Nährstoffe, wobei die Zusammensetzung je nach Material unterschiedlich ausfallen kann. Wichtig ist, dass die Pflanzen richtig kompostiert werden.
  • Hornspäne und Hornmehl: werden aus Rinderhufen, -kauen und -hörnern hergestellt. Je feiner das Material gemahlen ist, desto schneller sind die Nährstoffe für die Pflanze verfügbar
  • Pflanzenjauchen: bestehen aus kleingeschnittenen Pflanzen und Wasser. Geeignet sind Brennnesseln, Beinwell, Schachtelhalm, Farnkraut, Giersch, Löwenzahn oder Zwiebeln. Gegen die Geruchsbildung hilft die Zugabe von Gesteinsmehl. Pflanzenjauchen führst du den Pflanzen mit dem Gießwasser im Verhältnis von 1:10 zu. Bei empfindlichen oder jungen Pflanzen sollte der Wasseranteil höher sein.
  • Tierdung: in Bauerngärten kommt vor allem Rinder- und Pferdemist zum Einsatz. Es gibt auch geruchlose Pellets in Säcken.
  • Schafwolle: gibt es ebenfalls in Pelletform. Zersetzt sich nur langsam.
  • Kaffeesatz: ist ein beliebtes Hausmittel zum Düngen von Pflanzen. Lese dir alles zum Düngen mit Kaffeesatz an und erfahre, warum er so wertvoll ist und für welche Pflanzen er sich eignet.
  • Hefe: wirkt nicht nur als Blumendünger, sondern auch als Kompostbeschleuniger. Enthält neben Vitaminen auch viele Spurenelemente.
  • Gründüngung: Vorkultur mit speziellen Pflanzen, die den Boden gründlich durchwurzeln und Stickstoff aus der Luft in nutzbares Nitrat umwandeln. Nach dem Abhacken oder Abfrieren der Pflanzen verbleiben die Pflanzenreste im Beet. Eine zusätzliche Düngung mit Stickstoff ist meist nicht notwendig.
  • Fertigprodukte: sind in fester und flüssiger Form als Universal- und Spezialdünger erhältlich. Achtung: Nicht alle organischen Dünger sind gleichzeitig auch biologisch wertvoll.

Welcher Bio-Dünger der beste ist, hängt vom Nährstoffbedarf der Pflanzen ab. Dazu später mehr.

Mineralische Dünger werden industriell aus Salzen und Mineralien hergestellt. Die Nährstoffe stehen den Pflanzen in einem genau definierten Verhältnis sofort zur Verfügung. Diese Düngerarten waschen sich aber auch schnell wieder aus dem Boden aus. Dadurch kann es sowohl zur Überdüngung als auch zu Mangelerscheinungen kommen. Im Unterschied zu organischen Düngern verbessern mineralische Dünger die Bodenstruktur nicht.


Welche Nährstoffe brauchen Pflanzen?

Hand voll mit Hornspäne

Düngemittel enthalten eine Mischung aus verschiedenen Nährstoffen. Neben Voll- oder Universaldüngern, die alle wichtigen Nährstoffe abdecken, gibt es auch eine Reihe von Spezialdüngern, die auf die Bedürfnisse spezieller Pflanzen abgestimmt sind.

Ein Überblick über die wichtigsten Nährstoffe und ihre Wirkung:

Nährstoff

Wirkung

Düngemittel

Hinweise zum Düngen

Stickstoff (N)

Wirkung

• fördert das Wachstum von Blättern und Trieben

Düngemittel

• NP- und NPK-Dünger
• Hornspäne
• Laub
• Brennnesseljauche
• Kompost
• Schafwolle Kaffeesatz

Hinweise zum Düngen

• vor allem im Frühjahr beim Austrieb wichtig
• später im Jahr sollte die Gabe verringert bzw. ganz eingestellt werden

Phosphor (P)

Wirkung

• unterstützt die Bildung von Blüten, Fruchtansätzen und Samen
• fördert die Bewurzelung

Düngemittel

• NP- und NPK-Dünger
• Dünger für Blühpflanzen
• Kompost
• Brennnessel- und Beinwelljauche
• Hornspäne
• Kaffeesatz

Hinweise zum Düngen

• für die Aufnahme und den Transport in der Pflanze wird auch Magnesium benötigt
• Gartenböden sind meist ausreichend mit Phosphor versorgt

Kalium (K)

Wirkung

• zur Regulierung des Wasserhaushalts
• erhöht die Standfestigkeit der Pflanze sowie die Resistenz gegen Frost und saugende Insekten
• fördert die Reifung

Düngemittel

• NPK-Dünger
• Dünger für Obst- und Gemüsepflanzen
• mpost
• Gesteinsmehl
• Brennnessel-, Beinwell- und Farnkrautjauche
• Algendünger
• Tierdung
• Schafwolle
• Holzasche
• Kaffeesatz

Hinweise zum Düngen

• andere Nährstoffe sowie ein niedriger pH-Wert können die Aufnahme von Kalium hemmen
• wird meist im Spätsommer verabreicht, um die Pflanzen auf den Winter vorzubereiten

Calcium (Ca)

Wirkung

• festigt die Zellwände
• fördert die Zersetzung organischer Stoffe im Boden und macht ihn locker
• hebt den pH-Wert an

Düngemittel

• Kalkdünger
• Kompost
• Brennnessel- und Beinwelljauche
• Eierschalen
• Holzasche

Hinweise zum Düngen

• Gartenböden sind meist ausreichend mit Calcium versorgt

Magnesium (Mg)

Wirkung

• zentraler Baustein für die Bildung des Blattgrüns (Chlorophyll)
• wichtig für die Photosynthese
• bindet in der Erde Basen

Düngemittel

• Dünger für Grünpflanzen
• Kompost
• Brennnessel- und Beinwelljauche
• Bittersalz
• Algenkalk
• Steinmehle
• Holzasche

Hinweise zum Düngen

• im Gartenboden meist ausreichend vorhanden, wenn regelmäßig Kompost ausgebracht wird
• nur bei Mangelerscheinungen düngen

Schwefel (S)

Wirkung

• zur Bildung von Proteinen und Vitaminen
• aufgenommenes Nitrat wird reduziert

Düngemittel

• Hornspäne
• Brennnessel- und Beinwelljauche

Hinweise zum Düngen

• Pflanzen sind meist ausreichend mit Schwefel versorgt, da es in der Natur in verschiedensten Formen vorkommt
• bei Überdüngung wird der Boden sauer

• Spurenelemente (Eisen, Kupfer, Bor, Zink, Mangan, etc.)

Wirkung

• es ist noch nicht ausreichend erforscht, welche Stoffe die Pflanze aufnehmen kann

Düngemittel

• kommen im Pflanzengewebe vor und sind deshalb in allen organischen Düngern ausreichend vorhanden

Hinweise zum Düngen

• werden nur in geringen Mengen benötigt

Wann und wie oft solltest du Pflanzen düngen?

Blaukorn an Pflanze

Nicht alle Pflanzen haben den gleichen Bedarf. Je nachdem, wie viele Nährstoffe Pflanzen benötigen, unterscheiden sie sich in Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer. Grundsätzlich solltest du nur während der Wachstumsphase düngen. Gerade Stauden, Obst- Und Gemüsepflanzen bilden sonst immer wieder neue Triebe, was sie frostempfindlich macht.


Bodenanalyse vermeidet Überdüngung

Bodenprobe wird entnommen

Laborstatistiken belegen, dass die meisten Gartenböden überdüngt sind. Das liegt vor allem daran, dass viele Hobbygärtner ihre Pflanzen nach Gefühl düngen, ohne vorher den Boden analysiert zu haben. Dabei schadet eine unüberlegte Zufuhr von Nährstoffen mehr als sie nützt. So hemmt beispielsweise ein zu hoher Phosphatgehalt die Aufnahme anderer Nährstoffe. Zudem ziehen sich die Bodenlebewesen zurück oder sterben ab. Langfristig verschlechtert sich die Bodenqualität immer mehr.

Wie der Boden beschaffen ist, können Hobbygärtner mit einer Bodenanalyse in Erfahrung bringen. Dafür entnimmst du die Erde an mehreren Stellen bis in tiefere Schichten und schickst sie an ein Labor. Dieses untersucht die Proben auf ihren Nährstoff- und Humusgehalt sowie auf den pH-Wert. Eine Bodenanalyse wird alle drei Jahre empfohlen. Die Kosten liegen zwischen 25 und 35 Euro.


Ausgewogen Düngen

Der Nährstoffgehalt der meisten Pflanzen ist gedeckt, wenn du im zeitigen Frühjahr 3 l Kompost pro Quadratmeter ausbringst. Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Heidelbeeren oder Sommerheide sollten nicht mit Kompost gedüngt werden, da sie empfindlich auf Calcium reagieren. Für sie eignen sich Hornspäne und Hornmehl.

Mineralische Voll- oder Universaldünger wie Blaukorn wirken zwar schnell, enthalten aber auch Phosphor und Kalium – zwei Stoffe, die in vielen Gärten ohnehin schon zu Genüge vorhanden sind. Deshalb solltest du Volldünger nur sehr sparsam einsetzen.


Sonderfälle beim Düngen

Hand voller Dünger über Rasen
  • Balkonblumen: brauchen besonders viele Nährstoffe für einen reichen Blütenflor. Es empfiehlt sich nicht nur die regelmäßige Gabe von Flüssigdünger, sondern auch von Düngekegeln, die die Grundversorgung sicherstellen.
  • Gemüsepflanzen mit hohem Stickstoffbedarf: Zu den Starkzehrern zählen beispielsweise Tomaten, Kürbis, Zucchini und alle großen Kohlarten. Bereits beim Pflanzen kannst du eine Handvoll Hornspäne in das Pflanzloch geben. Der Dünger reicht für rund drei Monate. Eine Überdüngung ist nicht möglich. Während der Blüte und Fruchtbildung benötigen die Pflanzen zusätzliche Nährstoffe, die ihnen schnell zur Verfügung stehen müssen. Ein günstiger und effektiver Tomatendünger ist Brennnesseljauche, die du ganz leicht selber herstellen kannst.
  • Hortensien: haben einen hohen Nährstoffbedarf. Sie benötigen wie Rhododendren einen sauren Boden, reagieren aber nicht ganz so empfindlich auf Kalk. Ab dem zweiten Jahr solltest du ausgepflanzte Hortensien im Herbst oder Frühjahr mit abgelagertem Rindermist oder Rinderdung-Pellets düngen. Alternativ kannst du auch Hortensiendünger verwenden. Für Hortensien im Topf empfehlen sich Flüssigdünger oder Brennnesseljauche. Überwinterst du sie frostfrei, kannst du sie bis in den Herbst hinein düngen. Bleiben sie den Winter über draußen, solltest du die Düngergabe im August einstellen.
  • Kirschlorbeer: wird zweimal im Jahr gedüngt. Ende März empfiehlt sich eine Versorgung mit Hornspänen oder mit Hornmehl und Kompost. Im August kommt Patentkali zum Einsatz. Der Dünger sorgt dafür, dass die Blätter des Kirschlorbeers frostresistenter werden.
  • Oleander: ist ein Starkzehrer mit hohem Nährstoffbedarf. Das erste Mal düngst du ihn, wenn er aus dem Winterquartier kommt. Dafür bietet sich ein Langzeitdünger für mediterrane Pflanzen an. Von März bis September empfiehlt sich zusätzlich alle drei bis vier Wochen die Gabe von Flüssigdünger mit einem hohen Phosphoranteil. In der kalten Jahreszeit benötigt er dagegen eine Pause.
  • Olivenbaum: gehört zu den Schwachzehrern und benötigt nur sehr wenige Nährstoffe. Verwende einen Spezialdünger für mediterrane oder für Zitruspflanzen, den du zwischen April und September alle zwei bis drei Wochen dem Gießwasser zufügst. Beginnen solltest du erst ab dem dritten Standjahr. Ausgepflanzte Olivenbäume benötigen in der Regel keinen Dünger. Um die Krone in Form zu halten, kannst du den Olivenbaum das ganze Jahr über schneiden. Der beste Zeitpunkt für den Gehölzschnitt ist nach dem Auswintern, aber noch vor der Blüte.
  • Rasen: Für einen dichten und gleichmäßigen Bewuchs empfiehlt sich ein spezieller Rasendünger. Sieh dir dazu auch unseren Artikel an: Rasen richtig düngen.
  • Rhododendron: hat einen hohen Nährstoffbedarf. Ihn düngst du im März oder April mit einem Langzeit- bzw. Spezialdünger und Hornspänen. Die Produkte dürfen kein Kalk enthalten! Zusätzlich kannst du Kaffeesatz geben. Der Naturdünger wirkt leicht bodenversauernd und reichert die Erde mit Humus an.
  • Rosen: werden im Frühjahr und nach der Hauptblüte gedüngt. Im März kannst du reifen Kompost oder eine Handvoll Hornspäne auf dem Rosenbeet verteilen. Im Juni erfolgt die zweite Düngung mit einem mineralischen oder mineralisch-organischen Dünger. Später im Jahr sollten Rosen nicht mehr gedüngt werden, da die Neutriebe erfrieren könnten.

Zimmerpflanzen düngen

Für Zimmerpflanzen ist eine regelmäßige Düngergabe besonders wichtig, da sie in ihren Töpfen relativ wenig Erde zur Verfügung haben. Auch sie unterscheiden sich in ihren Ansprüchen. Bevor du zum Universaldünger greifst, solltest du dich genau über die Pflanzen, die du in deiner Wohnung oder deinem Haus kultivierst, informieren.


Welcher Dünger für Zimmerpflanzen?

Flüssigdünger wird in Gießkanne geschüttet

Für die meisten Pflanzen reicht ein normaler Grün- oder Zimmerpflanzendünger. Langsam wachsende Pflanzen wie Sukkulenten und Orchideen benötigen nur wenige Nährstoffe. Für sie gibt es im Handel Spezialdünger.

Besonders einfach und bedarfsgerecht lassen sich Zimmerpflanzen mit Flüssigdünger versorgen. Dieser wird einfach zum Gießwasser zugegeben. Eine Alternative sind Düngestäbchen, die du in die Erde steckst. Damit sie ihre Wirkung entfalten, musst du die Erde gleichmäßig feucht halten. Vorsicht ist bei Langzeitdüngern in Granulatform geboten, da hier die Gefahr einer Überdüngung sehr hoch ist.


Wann sollten Zimmerpflanzen gedüngt werden?

Frau verteilt Düngerstäbe in Pflanze

Die meisten Zimmerpflanzen düngst du in der Wachstumsphase zwischen März und Oktober. Falls du deine Pflanze frisch gekauft oder umgetopft hast, dann empfiehlt es sich, mit der ersten Düngergabe zwei Monate zu warten. Bei der Dosierung solltest du dich an die Angaben des Herstellers halten. Auch wie oft du düngen musst, kannst du den Anwendungshinweisen entnehmen.

Wichtig: Dünge die Zimmerpflanzen nicht erst, wenn sie Mangelerscheinungen zeigen. Besser ist es, ihnen regelmäßig Nährstoffe zur Verfügung zu stellen. Der Dünger fungiert sozusagen als Grundversorgung. Im Spätherbst solltest du die Düngergabe reduzieren und im Winter ganz einstellen. Nur Pflanzen, die im Winter blühen – etwa der Weihnachtsstern –, benötigen dann Nährstoffe.


Zimmerpflanzen mit Hausmitteln düngen

Es gibt auch zahlreiche Hausmittel, mit denen du deine Zimmerpflanzen düngen kannst. Dazu zählen Kaffeesatz, klein geschnittene Bananenschalen, zerbröselte Eierschalen, Holzasche, Tee, ungewürztes Gemüsewasser, unbehandeltes Aquarienwasser oder abgestandenes Mineralwasser. Auch hier gilt: Lieber gleichmäßig und in kleinen Mengen düngen als zu viel auf einmal. Wenn du zwischen verschiedenen Hausmitteln abwechselst, erhalten deine Pflanzen die optimale Versorgung.


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