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Ratgeber

Mulchen im Garten erleichtert die Pflanzenpflege

Beet mit Rindenmulch um Steinterrasse
Lesezeit 7 Minuten
Inhalt:

Die Natur macht es uns vor: Besonders im Wald und am Waldrand wachsen deckende Pflanzen und Moose, die den Boden schützen – sie bilden eine natürliche Mulchschicht auf der Erde. Im heimischen Garten, in Blumenbeeten und im Nutzgarten bietet das Mulchen viele Vorteile und macht den Garten pflegeleichter. Was Mulchen eigentlich bedeutet, wie es funktioniert und welche Materialien sich am besten dafür eignen, erfährst du in diesem Ratgeber.


Übersicht: Mulchen im Garten

Schubkarre voller Rindenmulch

Mulchen ist ein wichtiger Teil der Gartenpflege. Hier ein kurzer Überblick, bevor das Thema in den folgenden Abschnitten näher beleuchtet wird:

  • Mulch schützt Boden und Gartenbepflanzung.
  • Gemulchte Gartenbeete sind pflegeleichter.
  • Es gibt organischen, mineralischen und künstlichen Mulch.
  • Mulch (z. B. Rindenmulch) kann zur Garten- und Vorgartengestaltung beitragen.
  • Mulchen im Garten hat viele Vorteile und kaum Nachteile.
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Was heißt „Mulchen“ und welche Vorteile bringt es im Garten?

Person hält Mulch in den Händen

Eine schützende Mulchschicht, meistens bestehend aus organischem und abbaubarem Material, bringt man auf der Erde unter Bäumen und Sträuchern, auf Grünflächen sowie in Beeten, aber auch im Obstgarten, Gemüse- und Kräutergarten aus. Grundsätzlich schützt und nährt Mulch sowohl die Pflanzen als auch den Boden.

Vorteile von Mulch im Garten

  • Mulch unterstützt die Permakultur im Garten und den natürlichen Kreislauf.
  • Gartenabfälle können sinnvoll verwertet werden.
  • Organischer Mulch gibt durch Verrottung Nährstoffe an den Boden ab.
  • Somit dient Mulch auch als Dünger für Pflanzen.
  • Mulch verhindert Verdunstung, sodass du weniger gießen musst und im Garten Wasser sparen kannst.
  • Mulch ist ein wichtiger Dürreschutz im Garten.
  • Durch Mulchschichten kann der Boden besser Wärme speichern.
  • Beim Überwintern von Pflanzen im Garten schützt Mulch vor Frost.
  • Mulch im Beet hilft gegen den Wuchs von Unkräutern – ganz ohne Chemie.
  • Mit Mulch lassen sich Nützlinge fördern, denn sie finden Unterschlupf in Mulchschichten.
  • Auch optisch kann Mulch punkten und in die Gartengestaltung integriert werden.

Die Nachteile von Gartenmulch

Den zahlreichen Vorteilen des Mulchens im Garten stehen nur wenige Nachteile gegenüber. Diese entstehen größtenteils durch Anwendungsfehler und lassen sich bei richtiger Dosierung und Ausbringung eindämmen (siehe: Den Garten richtig mulchen).

  • Zu dicker Mulch fördert Schimmel und Pilzkrankheiten.
  • Da sie sich in dicken Mulchschichten gut verstecken können, ist es manchmal notwendig, Schädlinge wie Schnecken zu bekämpfen oder gegen Wühlmäuse vorzugehen.
  • Im Frühjahr kann sich der Boden unter Mulch nicht so gut erwärmen.
  • Vor dem Düngen von Pflanzen muss die Mulchschicht erst vorsichtig abgetragen werden.
  • Manche organischen Mulcharten entziehen dem Boden Stickstoff, der dann den Pflanzen fehlt.

Den Garten richtig mulchen – so geht’s

Damit die zuvor genannten Nachteile nicht auftreten, erfährst du jetzt, wie man richtig mulcht. Je nach Mulchmaterial sollte die Schicht nicht dicker als 3–5 cm sein, um Schimmel und Schädlingen vorzubeugen. Da organische Mulcharten wie Rindenmulch oder Laub dem Boden Stickstoff entziehen, ist die richtige Anwendung wichtig: Pflanzen, die auf den Stickstoff angewiesen sind, benötigen eine zusätzliche Versorgung.

  1. Bereite zuerst den Boden vor und lockere ihn etwas auf.
  2. Muss der Boden gedüngt werden, solltest du das vor dem Mulchen erledigen.
  3. Beim Verwenden von Rindenmulch bringst du jetzt Hornspäne auf.
  4. Trage danach eine großzügige, aber nicht zu dicke Mulchschicht rund um die Pflanze auf.
  5. Je nach Material muss die Mulchschicht gelegentlich erneuert werden.

Tipp: Muss der Boden nachgedüngt werden, schiebe den Mulch vorsichtig beiseite. Dann kannst du den Dünger einarbeiten und das Mulchmaterial anschließend wieder zurückschieben.

Wann werden Gartenbeete und Rasen gemulcht?

Wann du im Garten mulchst, hängt von deinen Anforderungen ab: Für einen ganzjährigen Nutzen gibt es keinen „richtigen Zeitpunkt“ zum Mulchen. Am besten ist direkt nach dem Einsetzen und Versorgen der Pflanze. Möchtest du deine Beete als Winterschutz für die Pflanzen mulchen, ist der Herbst der richtige Zeitpunkt. Deinen Rasen kannst du mulchen, solange du mähst – von Frühjahr bis Herbst.

Vertragen alle Pflanzen Mulch?

Blumenbeet mit Rindenmulch

Du kannst fast alle Pflanzen im Garten mulchen. Es kommt dabei auch auf die Art des verwendeten Mulchmaterials an.

Besonders im Gemüsebeet solltest du gegen Unkraut mulchen, damit dieses nicht in Konkurrenz mit dem Gemüse steht. Viele Beerensträucher sowie generell Pflanzen, die im Wald beheimatet sind, profitieren ebenfalls von einer schützenden Mulchschicht, damit sie nicht zu schnell austrocknen.

Aber Achtung – es gibt auch Ausnahmen: Die meisten Rosen und einige andere Stauden haben lieber freien Boden unter sich. Viele Gräser und Farne solltest du ebenfalls nicht mit Rasenschnitt oder ähnlichem mulchen.


Für jede Pflanze der richtige Gartenmulch

Stroh als Mulch für den Garten

Für das Mulchen im Garten stehen mehrere Methoden bzw. Materialien zur Auswahl. Womit du die Erde in deinem Garten am besten mulchst, hängt von den Vorlieben der jeweiligen Pflanzen sowie von deinen Beschaffungsmöglichkeiten ab. Gerade beim Anbau von Erdbeeren, Gurken, Bohnen oder Tomaten kannst du von den Eigenschaften des Mulchs profitieren. Unterteilt wird in organisches, mineralisches und künstlich hergestelltes Mulchmaterial.

Organisch mulchen

Im Bereich der organischen Mulchmaterialien gibt es die meisten Möglichkeiten – neben dem klassischen Rindenmulch. In der folgenden Tabelle lernst du die beliebtesten kennen und erfährst, für welche Art von Pflanzen sie geeignet sind:

MulchartEigenschaftenVerwendung
RindenmulchEigenschaftenbesteht aus zerkleinerter Rinde von Nadelbäumen, die zur Zersetzung Stickstoff benötigt, in unterschiedlichen Körnungen und Farben erhältlich, also ideal für kreative GartenideenVerwendungFür Tiefwurzler wie Bäume und Sträucher sowie für Pflanzen mit geringem Nährstoffbedarf. Bei Gemüse und Kräutern unbedingt zusätzlich Hornspäne geben.
HolzhäckselEigenschaftenbesteht aus klein gehäckseltem Holz, entzieht dem Boden ebenfalls Stickstoff, auch in vielen Farben und Körnungen erhältlichVerwendungFür Tiefwurzler und Pflanzen mit geringem Nährstoffbedarf.
Holzfasern oder HolzwolleEigenschaftenenthalten weniger Holz als Rindenmulch und Holzhäcksel, also weniger Gerbsäure, durch feine Struktur ideal für den ZiergartenVerwendungUnter Stauden, Gemüse und Kräutern (auch ohne zusätzliche Düngung).
Rindenhumus/RindenkompostEigenschaftenbesteht aus kompostierter Rinde, die keinen Stickstoff entziehtVerwendungIdeal für den Gemüsegarten
RasenschnittEigenschaftenfällt beim Rasenmähen an, entzieht dem Boden Stickstoff, Achtung: Unkraut im Rasen vernichten, bevor er als Mulch aufgebracht wirdVerwendungAls Mulch für den Rasen oder Beete (nur dünn und regelmäßig erneuern). Im Gemüsebeet nur zusammen mit Hornspänen ausbringen.
LaubEigenschaftenfällt von selbst auf den Boden und mulcht ganz natürlich, Vorsicht bei Eichen-, Walnuss- und Kastanienlaub: hoher Gehalt an Gerbsäure (mische es mit anderem Laub)VerwendungWunderbar als Dünger für Waldpflanzen und Bäume.
StrohEigenschaftenfördert die Belüftung des Bodens, beugt Schimmel- und Pilzbefall vor, verwende Stroh aus biologischem AnbauVerwendungIdeal für den Obst- und Gemüsegarten – vor allem Erdbeerpflanzen profitieren davon, dass die Beeren trocken liegen.
MiscanthushäckselEigenschaftenbesteht aus zerkleinertem Chinaschilf, nur selten erhältlich, scharfe Kanten halten Schnecken fernVerwendungBeliebt für Pflanzen und Wege.
GemüserückständeEigenschaftenBlätter, die nach der Ernte nicht benötigt werden, können direkt im Beet verbleiben, vor allem Kartoffellaub und Kohlblätter eignen sich gut, verwende nur gesunde PflanzenteileVerwendungFür Nachbarpflanzen und die Folgekultur im Gemüsebeet.
Brennnesseln und BeinwellEigenschaftensetzen bei der Verrottung wichtige Nährstoffe frei, Mulchschicht zersetzt sich schnell und muss häufig erneuert werdenVerwendungIdeal für den Gemüsegarten – besonders für Tomaten, Gurken und Bohnen.

Mineralische Mulchschicht

Mineralische Materialien zum Mulchen im Garten eignen sich für Beete, die du im Kiesgarten oder Steingarten anlegen möchtest, aber auch zwischen Stauden und Gehölzen. Steine und Muscheln zum Mulchen sind allerdings je nach Fläche ziemlich kostspielig und werden daher nicht so häufig verwendet wie organisches Material, das ohnehin bei der Gartenarbeit anfällt.

Mineralische Mulcharten:

  • Split
  • Kies
  • Lava
  • Muscheln
  • Schieferbruch

Alternative Mulcharten

Künstlich hergestellte bzw. verarbeitete Materialien wie Vliese und Folien sollen vor allem Unkrautwuchs verhindern. Auch Mulch aus Papier oder Pappe gibt es für diesen Zweck – im Handel oder selbst hergestellt. Spezielle Kokosmatten hingegen lassen sich eher für die Wärmespeicherung und als Hilfsmittel zur Überwinterung von Pflanzen einsetzen.


DIY-Tipp: Organischen Mulch selber herstellen

Du kannst fertigen Mulch kaufen, aber einige Arten (wie Rindenmulch) lassen sich auch ganz leicht aus Gartenabfällen selber machen. Schnittgut wie Pflanzen- und Gehölzschnitt eignet sich hervorragend als Mulch, ist nachhaltig und unterstützt die Permakultur im Garten. Achte bei der Herstellung darauf, dass die Pflanzenteile nicht schimmeln – lass sie also am besten vor der Verarbeitung trocknen. Unkräuter solltest du außerdem entfernen (am besten vor dem Schnitt), damit sich deren Samen und Wurzeln nicht im frisch gemulchten Beet breitmachen können.

  1. Rasenschnitt fällt beim Mähen an. Der Mulch ist also praktischerweise schon (fast) fertig – lediglich antrocknen lassen solltest du ihn vor dem Ausbringen.
  2. Kompost kannst du ebenfalls als Mulch im Garten verwenden, indem du ihn mit Rasenschnitt oder Stroh vermischst.
  3. Holzhäcksel kann man aus dem Gehölzschnitt des eigenen Gartens oder aus Holzabfällen selbst herstellen. Gehört ein Häcksler nicht zu deiner Grundausstattung an Gartengeräten, kannst du ihn dir auch einfach beim toom Mietgeräteservice ausleihen.
  4. Chinaschilf lässt sich ebenfalls mit einem Häcksler nach dem Frühjahrsschnitt zu Mulch verarbeiten.
  5. Rindenmulch bekommst du, indem du Rindenstücke von gesunden Bäumen sammelst, trocknen lässt und anschließend in den Häcksler gibst. Nach dem Fällen hast du die besten Chancen auf eine Menge Rinde.
  6. Laub sammelst und verteilst du einfach auf dem Boden – bei Bedarf kannst du große Blätter auch noch zerkleinern.

Tipps für die Gartengestaltung mit Rindenmulch

Dank seiner Vielseitigkeit und des niedrigen Preises kannst du mit Rindenmulch nicht nur Gartenbeete anlegen. Er lässt sich ebenso als Gestaltungselement nutzen, zum Beispiel, um

  • Gartenwege anzulegen,
  • Beete einzufassen,
  • deinen Garten zu strukturieren,
  • Muster oder Formen aus Mulch in verschiedenen Farben zu legen oder
  • einen weichen Boden zu schaffen, beispielsweise unter einer Kinderschaukel.

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