Kräuterspirale bauen

Eine Kräuterspirale anlegen im eigenen Garten hat zahlreiche Vorteile. Auf kleinstem Raum kannst du all deine Kräuter mit den unterschiedlichsten Standortansprüchen in einem kreisrunden Beet zusammenpflanzen. Durch die unterschiedlichen Schichten bekommt jedes Kraut genau das, was es braucht. So finden in einer Kräuterspirale - oder auch Kräuterschnecke genannt - sowohl mediterrane Kräuter, wie Rosmarin und Lavendel, die einen trockenen und nährstoffarmen Boden bevorzugen ihren Platz, ebenso wie die heimische Pfefferminze, die es eher feucht und nährstoffreich mag. Insbesondere, wenn du wenig Platz in deinem Garten hast, wirst du deine Kräuterspirale zu schätzen wissen. Auf den Geschmack gekommen? Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du eine Kräuterspirale selber bauen kannst.


Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Zwei bis drei Stunden

Werkzeug: Steine, Schotter oder Kies, Fertigteich, Teichfolie, Erde, Sand, Kompost, Spaten, Schaufel, Pflöcke, Schnur und Hammer.



Standort für die Kräuterspirale

Kräuterspirale

Am besten wählst du für die Kräuerspirale einen vollsonningen und windgeschützten Platz, denn die meisten Kräuter lieben es sonnig und warm. Achte beim Anlegen direkt darauf, genügend Platz einzuplanen. Natürlich bestimmst du selbst, wie groß deine Kräuterspirale werden soll. Beachte jedoch, dass die einzelnen Kräuter genügend Platz brauchen, um sich zu entfalten und daher nicht zu eng gepflanzt werden sollten. Wenn du dich für einen Standort entschieden hast, legst du im zweiten Schritt den spiralförmigen Grundriss an, der optisch einem Schneckenhaus ähnelt. Daher wird die Kräuterspirale häufig auch als Kräuterschnecke bezeichnet. Nutze hierfür kleine Pflöcke, die du jeweils mit Schnur oder Draht verbindest. Alternativ kannst du den Boden auch mit Mehl oder Kies markieren. Wichtig: Die Kräuterspirale verfügt insgesamt über drei Schichten, die auf unterschiedlichen Höhen angesetzt werden und sich zweimal um sich selbst dreht. Die Kräuterspirale so anlegen, dass sie sich Richtung Süden öffnet bzw. absenkt. Die Fläche sollte etwa 30 Zentiemnter tief ausgegraben werden. 

Du kannst deine Kräuterspirale zur Selbstversorgung noch mit einem kleinen Teich ergänzen. Hierfür am auslaufenden Ende der Spirale ein circa 40 Zentimeter tiefes Loch ausheben.


Fundament legen und Trockenmauer bauen

Kräuterspirale

Die Grundfläche zunächst 20 cm hoch mit Schotter ausfüllen. Dieser dient der Mauer, die du anschließend errichtest als Fundament und fördert gleichzeitig die Entwässerung der Kräuterspirale. Beginne am Fuße der Kräuterspirale damit, die Steine oder Gabionen von außen nach innen in Spiralform auszulegen. Hierfür eignen sich besonders gut Natur- und Klinkersteine. Auf Mörtel kannst du bei der Trockenmauer verzichten. Stattdessen fülle schon während dem Bau die Zwischenräume mit Schotter auf oder lasse den Platz bewusst für Kräuter und nützliche Tiere frei. Fahre spiralförmig fort und lasse kontinuierlich bei jeder Außenreihe einen Stein weg, um eine treppenartige Steigung zu erhalten. Orientiere dich an deinem Grundriss bis die höchste Stelle der Kräuterspirale etwa 80 cm hoch ist. Achte darauf, mit einer breiten Basis zu starten, damit deine Spirale fest steht, wenn sie sich nach oben hin leicht nach innen neigt. Diese Form ist nicht nur platzsparend, sondern begünstigt den Lichteinfall für deine Kräuter. 


Kräuterspirale befüllen

Hände mit Erde

Ist die Kräuterspirale fertig gebaut, füllst du sie anschließend mit passendem Pflanzensubtrat. Beachte hier die vier verschiedenen Feuchtigkeitsbereiche einer Kräuterspirale. Die oberste und damit die vom Teich und Boden am weit entfernteste Zone ist gleichzeitig auch der trockenste Bereich. Diese Zone füllst du mit einer 50/50-Mischung aus Erde und Sand auf. Nach unten hin nimmt der Sandanteil in der Erde immer weiter ab bis sie unten in der feuchtesten Zone in Teichnähe nur aus Erde oder wahlweise noch Kompost besteht. 

Die Kräuterspirale lässt sich von unten nach oben in folgende vier Zonen einteilen:

  • Wasserzone: Diese Zone bildet die erste in der Kräuterspirale, wenn du dich für das Anlegen eines kleinen Teichs entschieden hast. Ein Teich hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen versorgt er deine Kräuterspirale mit Wasser, zum anderen dient er im Sommer als Temperaturausgleich und fördert durch die Reflektion der Wasseroberfläche das Licht so günstig, dass die Wurzeln deiner Kräuter aussreichend mit Wärme versorgt werden. 
  • Feuchtzone: Diese Zone besticht durch ihre Nähe zum Teich. Hier fühlen sich Kräuter oder Gemüsepflanzen wohl, die von einem feuchten Boden profitieren. Diese Zone liegt zudem häufiger im Schatten.
  • Normale Zone: In der normalen Zone fühlen sich nahezu alle Kräuter wohl. Die Erde kann hier auch noch zusätzlich durch Kompost angereichert werden.
  • Trockenzone: Im oberen Bereich der Kräuterspirale ist der Boden sehr trocken und sandig. Mediterrane Kräuter sind hier zuhause.

Teich für die Kräuterspirale anlegen

Teich bei einer Kräuterspirale

Lege den Teich so an, dass die Feuchtigkeit in die ersten beiden Zonen dringen kann. Alternativ kannst du auch auf einen Fertigteich zurückgreifen, den du mit Kieselsteinen bis 10 cm unter den Rand auffüllst. Verwendest du eine Teichfolie, fülle zunächst das Loch mit einer 5 cm dicken Sandschicht auf, bevor du die Folie auslegst. Anschließend die Folie durch eine weitere Sandschicht vor Beschädigung schützen. Um die Teichfolie zu verstecken, kannst du den Teichrand mit großen Steinen dekorieren. Anschließend nur noch das Wasser einfüllen und schon ist der kleine Teich für deine Kräuterspirale fertig. 

Du brauchst nicht zwingend einen Teich für deine Kräuterspirale anlegen, sie funktioniert auch ohne, wenn du darauf achtest, dass die unteren beiden Zonen ausreichend mit Wasser versorgt werden. 


Kräuterspirale richtig bepflanzen

Kräuterspirale bepflanzen

Auf die richtige Mischung kommt es an: Das gilt auch für die Bepflanzung deiner Kräuterspirale, denn nicht alle Kräuter passen zusammen. Einige Kräuter neigen dazu, andere zu verdrängen. Ebenfalls sollte bei der Bepflanzung darauf geachtet werden, dass es einjährige oder gar mehrjährige Kräuterpflanzen gibt. Grundsätzlich kann jedoch alles in einer Kräuterspirale wachsen, was auch auf dem heimischen Fensterbrett in der Küche gedeiht. Wichtig ist es, sich an den verschiedenen Zonen in der Kräuterspirale zu orientieren. Im Zentrum - der Trockenzone -  befinden sich idealerweise mediterrane Kräuter, die es besonders trocken lieben wie Salbei, Rosmarin und Thymian. In der normalen Zone finden die heimischen Kräuter wie Zitronenmelisse und Schnittlauch ihren Platz, während in der Feuchtzone Kräuter wie Pfefferminze, Basilikum oder Petersilie angepflanzt werden, die eine feuchte Umgebung bevorzugen. Auf die Größe kommt es an: Achte darauf, dass du gleich hohe Kräuter nebeneinander pflanzt, damit sich die Kräuter nicht gegenseitig das wichtige Licht wegnehmen. 


Tipp: Mischkulturen beachten

Mischkulturen, d.h. der gemeinsame Anbau unterschiedlicher Pflanzen, die sich gegenseitig positiv beeinflussen, nutzen der natürlichen Vielfalt, um bessere, gesunde und reichhaltige Ernten im Einklang mit dem Ökosystem zu erzielen. Besonders geeignet sind Kräuter und Gemüse, die sich als Nachbarn in der Kräuterspirale besonders gut verstehen und sich gegenseitig fördern und schützen. Pflanzen haben unterschiedliche Möglichkeiten, Pflanzengemeinschaften zu bilden und diese zum gegenseitigen Wohle einzusetzen. Pflanzendüfte, besonders bei Kräutern, können Schädlinge vertreiben - nur ein Beispiel für eine nützliche Gemeinschaft. Aber auch unterirdisch haben die Pflanzen Fähigkeiten, sich gegenseitig zu unterstützen und zu fördern. Über die Wurzeln werden verschiedenste Nährstoffe ausgetauscht, die für andere Pflanzen von Vorteil sind.

Manche Kräuter wie Pfefferminze können stark wuchern. Um dies zu vermeiden, pflanze sie in einen Keramiktopf und pflanze sie erst anschließend samt Topf in die Erde ein. So können die Wurzeln nicht weiter wuchern und du hast die Pfefferminze in der Kräuterspirale begrenzt. Nutze einen Topf mit Löchern, damit das Wasser weiterhin gut abfließen kann und keine Staunässe entsteht.

Diese Wechselwirkungen der Mischkulturen werden wissenschaftlich als Allelopathie bezeichnet. Kräuter haben scheinbar eine besonders ausgeprägte allelopathische Begabung. Folgende Tabelle gibt dir einen Überblick darüber, welche Kräuter und Gemüsepflanzen sich besonders gut verstehen und welche Wirkung sie aufeinander haben:

PflanzeNachbar von:Wirkung*
BasilikumTomaten, Gurken, Kohlgegen Mehltau (Pilzerkrankung) und weiße Fliegen
BohnenkrautBohnengegen Schwarze Bohnenläuse, fördert Wachstum und Aroma 
BorretschGurken, Zucchinifördert die Bestäubungsquote da es von vielen Insekten besucht wird
Brennnessel Obstbäume und Sträucher gegen Blattläuse, fördert die allgemeine Gesundung
BuchweizenSellerie macht Kalium (Spuren-Nährstoff) aus dem Boden verfügbar
DillMöhren, Rote Beetefördert Keimfähigkeit, Duftstoffe halten Schädlinge ab
Eberraute und/oder SalbeiPfefferminze, Kohlgegen Kohlweißling (Raupe)
Frühkartoffel Kümmel, Koriander intensiviert das Aroma
FenchelErdbeeren, Erbsen, Salatfördert das Wachstum und hemmt Bakterien und Pilzerkrankungen
Hafer Dicke Bohnen gegen Schwarze Bohnenläuse
Kapuzinerkresse Kartoffeln, Jungbäume gegen Läuse, fördert die allgemeine Gesundung
KerbelSalat gegen Läuse und Ameisen
Knoblauch Erdbeeren, Rosen fördert das Wachstum und hemmt Bakterien und Pilzerkrankungen
Lavendel Rosengegen Ameisen und bedingt gegen Läuse
Meerrettich Pfirsich, Kirsche gegen Kräuselkrankheit und Monilia (Pilzerkrankung)
Möhre Zwiebeln und Lauch gegen Lauchmotten und Zwiebelfliegen
Pfefferminze Weingegen Mehltau (Pilzerkrankung)
RettichPorree gegen Lauchmotten
Ringelblume Kartoffeln, Kohl gegen Nematoden (Fadenwürmer), Drahtwürmer
Rosmarin Kohl, Möhren gegen Kohlweißling (Raupe) und Möhrenfliege
StudentenblumeTomaten, Kohl, Kartoffelngegen Nematoden (Fadenwürmer), Viren und Weiße Fliegen
WermutJohannisbeeren schützt vor Säulenrost (Pilzerkrankung) 
Zwiebel, Schalotte, Porree Erdbeeren und Möhren gegen Pilzkrankheiten und Spinnmilben

* Achtung: Hilft Befall und Erkrankungen vorzubeugen und zu reduzieren. 


Schädlingsabwehr

Die natürliche Schädlingsabwehr einiger Kräuter kann man sich auch im Blumenbeet zu Nutze machen. Warum nicht mal Kapuzinerkresse, die Blattläuse vertreibt und die allgemeine Gesundheit fördert, ins Rosenbeet pflanzen? So wird dein Garten noch ein Stückchen einzigartiger. Speiklavendel und Schopflavendel sind ebenfalls dafür bekannt, dass Sie Läuse abhalten. Etwas gewagt wäre sicherlich, Knoblauch im Rosenbeet zu pflanzen, aber man könnte dadurch Pilzbefall vorbeugen.

So wie sich Pflanzen gegenseitig unterstützen, so gibt es auch einige Pflanzen, die sich nicht mögen. Fenchel passt nicht zu Tomaten und Bohnen, Knoblauch nicht zu Erbsen und Kohl und Zwiebeln nicht zu Kohl und Radieschen. Oder die „eigensinnige“ Petersilie, die man nicht in der Nähe von Salatpflanzen kultivieren soll. Petersilie benötigt sogar jedes Jahr einen anderen Platz, da sie den Boden auslaugt und schädliche Fadenwürmer anlockt. Tipp: Petersilie in den Topf pflanzen.

Das könnte dich auch interessieren