Terrasse reinigen

Was tun, wenn es auf der Terrasse grünt, wo es nicht grünen soll? Wenn sich bei feuchter, warmer Witterung Beläge aus Moos und Algen in den Fugen bilden und Schmutz Terrassenplatten unansehnlich macht? Wie lässt sich eine Holzterrasse reinigen? Und wie bekommen Steinplatten ihren Glanz zurück? Die Antwort auf all diese Fragen ist einfach: Meist reichen mechanische Hilfsmittel wie Wasser und Bürste vollkommen aus. Zudem verträgt nicht jeder Untergrund einen Hochdruckreiniger. Theoretisch können auch altbewährte Hausmittel und selbstgemischte Herbizide helfen, Terrassen gründlich zu reinigen. In der Praxis sind diese allerdings aus Umweltschutzgründen verboten. Wir erklären, warum, und stellen dir einige erlaubte Optionen vor, die wirken.


Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten

Dauer: Zwei bis vier Stunden plus Einwirk- & Trockenzeit

Werkzeug: Schrubber, Fugenbürste, Fugenkratzer, Besen, Motorbürste, Sprühflasche, Hochdruckreiniger, Unkrautbrenner, Fugensand


So lässt sich die Terrasse reinigen

Besen und Eimer auf Holzterrasse

Moos, Algen und Schmutz auf der Terrasse rückst du am besten rechtzeitig zu Leibe, bevor sie sich bei Nässe in eine rutschige Schmierschicht verwandeln. Mit Schrubber, Fugenbürste oder Fugenkratzer kannst du dich zunächst den Fugen widmen. Bei hartnäckigem Grünspan ist die mechanische Entfernung natürlich entsprechend kraft- und zeitaufwendig.

Für große Flächen eignet sich eine elektrisch betriebene Motorbürste mit Elektro- oder Akkuantrieb. Damit arbeitest du schneller, leichter und vermeidest Knie- und Rückenschmerzen. Alternativ kannst du eine Pflasterbürste mit einer Motorsense verbinden. Stimme die Härte der Borsten aber stets auf den Untergrund ab. Schließlich willst du die Fugen ja nicht komplett freilegen, sondern nur die Oberfläche behutsam behandeln.

Groben Schmutz entfernst du anschließend einfach mit dem Besen von der Terrasse. Die abgelösten Moos- und Algenreste fegst du dabei gleich mit weg. Danach schnappst du dir noch Wasser und Schrubber. Mit etwas Glück genügt das schon, um die Terrassenplatten zu reinigen.

Tipp: Du kannst Beläge und Terrassenplatten auch versiegeln und imprägnieren. So kannst du die Flächen vorbeugend schützen und den regelmäßigen Pflegeaufwand deutlich reduzieren.


Terrasse reinigen mit Soda

Soda in einer Schüssel

Der Einsatz von Waschsoda oder reinem Soda ist eine einfache, günstige und umweltfreundliche, aber auch recht zeitintensive Methode, um Terrassen mit einem bewährten Hausmittel zu reinigen. In Wasser aufgelöst, ergibt Soda eine Lauge, die sich auch gut zum Reinigen empfindlicher Naturstein-Terrassen eignet. Ebenso gut lässt sich Soda aber auch zum Reinigen von Terrassen aus Feinsteinzeug oder Beton verwenden.

Holzdielen erfordern mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt als Stein- und Betonterrassen. Doch mit Soda kannst du hölzerne Terrassendielen oft genauso wirksam reinigen und von Grünspan befreien. Das Hausmittel wirkt auch bei starker Moosbildung, lässt sich aber nur bei trockenem und nicht zu heißem Wetter anwenden, da Soda mit Flüssigkeit und Hitze reagiert. Das Pulver kann zudem stark stauben. Vermeide daher den Kontakt mit Augen, Atemwegen und Schleimhäuten.

Sind dickere Moospolster auf der Terrasse vorhanden, lockere sie vor. Mische dann etwa 15 bis 20 Gramm Soda auf etwa zehn Liter Wasser und trage die Lösung auf. Dazu eignet sich eine Sprühflasche oder Gartenspritze. Die Flächen sollten vollständig mit der Lösung bedeckt sein. Lass das Ganze möglichst lange einwirken; am besten 24 Stunden oder länger. Idealerweise wählst du also einen trockenen Tag, an dem auch für den darauffolgenden Tag kein Regen vorhergesagt ist.

Nach der Einwirkzeit kannst du mit einer Bürste nacharbeiten und die Reste samt Sodamischung einfach abspülen. Ansonsten erledigt das auch der nächste Regenguss für dich.


Terrassen mit oder ohne Hochdruckreiniger reinigen?

Mann reinigt Terrasse mit Hochdruckreiniger

Hartnäckigen Schmutz im Handumdrehen mit Wasserdruck entfernen? Das klingt natürlich wunderbar! Doch bei so manchem Terrassenbelag aus Holz, Sandstein oder Fliesen sowie bei beschichteten oder polierten Bodenbelägen solltest du lieber auf den Komfort verzichten. Zu hoher Druck kann den Boden beschädigen und/oder zu feinen Haarrissen führen, die du zunächst vielleicht noch gar nicht siehst. Moos und Algen können sich fortan jedoch umso besser ansiedeln.

Vor allem wenn du eine Holzterrasse reinigen willst, die aus weichen Nadelhölzern wie Lärche oder Douglasie besteht, ist ein Hochdruckreiniger tabu. Damit schädigst du nur die Struktur. Möchtest du hingegen eine Bankirai-Terrasse reinigen oder andere Harthölzer wie Bambus oder Kempas, kannst du es behutsam mit einem entsprechenden Terrassen-Aufsatz und niedrigem Wasserdruck versuchen. Bei zu hohem Druck und fehlendem Spezialaufsatz kann das Holz Schaden nehmen. Die Fasern können sich aufstellen, sodass die Oberfläche rau und splittrig wird.

Wichtig ist zudem, dass du stets die gesamte Holzterrasse reinigst, damit der Farbton einheitlich bleibt. Lass das Ganze mindestens 24 Stunden trocknen, damit keine Feuchtigkeit im Holz zurückbleibt. Sonst können die Dielen unter der Öl-Pflegeschicht, die du zum Schutz aufträgst, anfangen zu faulen.

Beachte außerdem, dass zu hoher Wasserdruck die Fugen ausspülen kann, je nach deren Beschaffenheit. Moos und Co. fällt es dann umso leichter, sich festzusetzen. Die manuelle Methode mit Besen und Bürste ist bedeutend schonender.

Sollten Fugen und Terrassenplatten den Wasserdruck vertragen, spricht nichts gegen den Hochdruckreiniger. Arbeite aber stets mit dem Rücken zur Fassade, damit du diese nicht beschädigst oder verschmutzt. Fenster und Terrassentüren kannst du für alle Fälle noch mit heruntergelassenen Rollos oder Brettern schützen.


Vorsicht mit dem Unkrautbrenner

Unkrautbrenner

So praktisch und rückenschonend es auch sein mag, die grünen Beläge einfach und kontrolliert per Flamme wegzubrennen: Setze Unkrautbrenner stets nur mit Bedacht und beim richtigen Wetter ein! Selbstverständlich eignet sich ein Brenner nicht dazu, Holzterrassen zu reinigen. Auch auf anderen empfindlichen Oberflächen hat er nichts zu suchen. In Trockenperioden kann sich die angrenzende Vegetation zudem zu leicht entzünden. Das erschwert einen gezielten Einsatz des Abflammgeräts und macht ihn schlimmstenfalls lebensgefährlich. Setzt du den Brenner stattdessen bei zu großer Kälte ein, kann die Hitze der Flamme zu Rissen oder Sprüngen an kalten Terrassenplatten führen. Das liegt am (zu) hohen Temperaturunterschied.

Natürlich sollten die Pflanzen auch nicht zu feucht sein. Und bei langen Einsätzen ist auch die Ökobilanz gasbetriebener Abflammgeräte alles andere als gut. Alternativ eignen sich ein Elektrobrenner mit wirksamem Hitzestrahl oder ein Dampfreiniger, um die Terrasse chemiefrei zu reinigen. Der Dampf sollte dazu etwa 170 Grad heiß sein. Auch diese Optionen eignen sich natürlich nicht in Hitze- oder Trockenphasen.


Weitere Hilfsmittel

Fugensand und Besen

Mit sogenanntem Fugensand kannst du Terrassenfugen ebenfalls gründlich reinigen. Er ist sogar in unkrauthemmenden Varianten erhältlich. Spezieller Fugenmörtel kann zudem Unkrautbildung vorbeugen. Störendes Grünzeug auf der Terrasse kannst du auch einfach mit kochendem Wasser übergießen. Es zerstört zuverlässig das Gewebe der unerwünschten Pflanzen. Natürlich sollte der Untergrund diese Behandlung aushalten. Übergießt du kalte Steinplatten im Winter mit heißem Wasser, kann das wie beim Unkrautbrenner zu Sprüngen und Rissen führen.

Cola gilt nicht nur bei verstopften Toiletten als wahres Wundermittel. Dank ihres hohen Gehalts an Phosphorsäure zersetzt sie auch Moos und Co. zuverlässig. Cola und kochendes Wasser eignen sich beim Terrasse-Reinigen aber natürlich eher punktuell statt großflächig.


Vorsicht bei anderen „Hausmitteln“ und Chemikalien!

Generell gilt: Verzichte am besten generell auf chemische Reinigungsmittel, vermeintlich „biologische“ Hausmittel und selbstgemischte Herbizide – auch wenn diese in manchen Ratgebern empfohlen werden! Das Pflanzenschutzgesetz sieht bei Verstößen empfindliche Strafen vor, insbesondere beim Einsatz auf versiegelten Flächen im Außenbereich.

Zu den versiegelten Flächen zählen neben Terrassen unter anderem befestigte Wege, Gehsteige und Garagenauffahrten. Das Verbot gilt darüber hinaus aber auch für alle Flächen, die weder gärtnerisch noch land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Das schließt zum Beispiel Böschungen, Grünstreifen vor dem Gartenzaun und Kiesflächen mit ein.


Warum bestehen Verbote?

Symbolbild Paragraph

Viele häufig empfohlene Unkrautvernichter und Hausmittel wie Essigessenz, Streusalz und Co. können die Umwelt schädigen, wenn sie ins Oberwasser gelangen oder ungefiltert ins Grundwasser versickern. Einige Substanzen töten wichtige Mikroorganismen im Boden. Essig und Salz – oder eine Mischung aus beiden Stoffen – ist laut §12 Abs. 1 des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG) sogar auf allen Nichtkulturlandflächen verboten. Die Substanzen gelten als gewässerschädigend und zerstören auf Grünflächen nicht nur Moos, sondern auch Gras und andere Pflanzen.

Wenn du versiegelte Flächen mit verbotenen Stoffen behandelst, gelangen diese womöglich gleich mit dem nächsten Schauer in den Gully. Übersteigt die Konzentration ein gewisses Maß, ist das Klärwerk damit überfordert. Von Kiesflächen gelangen die Substanzen oft sogar direkt ins Oberflächenwasser.

Einige Substanzen lassen sich zwar von Bodenorganismen biologisch abbauen und in ungefährliche Bestandteile zerlegen; auf versiegelten Flächen wie Terrassen, aber auch auf Kiesflächen, kommen diese Organismen allerdings nicht vor. Auf entsprechenden gärtnerischen Flächen haben Mikroorganismen hingegen oft genügend Zeit, problematische Wirkstoffe ab- und umzubauen, bevor diese ins Grundwasser gelangen.

Übrigens: Vom Umweltaspekt einmal abgesehen kann die oben zitierte Essigessenz Steinplatten, Beton und Naturstein angreifen und Säureflecken hinterlassen – vor allem, wenn die Platten Kalk enthalten. Vom Terrassen-Reinigen mit Essig solltest du also gleich aus mehreren Gründen absehen.


Hohe Bußgelder drohen

Bargeld und Taschenrechner

Bei Verstößen gegen das Pflanzenschutzgesetz riskierst du schlimmstenfalls bis zu fünfstellige Bußgelder. Und setz besser nicht darauf, dass es schon niemand mitbekommt: Viele Städte und Gemeinden setzen spezialisierte Kontrolleure ein – und häufig kommt ein heißer Tipp auch aus der Nachbarschaft. Schließlich teilen wir uns alle eine Umwelt. Auch wer nicht auf frischer Tat ertappt wird, kann leicht durch Bodenproben überführt werden. Zum Glück kannst du Terrassen samt Fugen aber auch erheblich stressfreier reinigen.


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