Heidegarten: So gestaltest du deine eigene kleine Heidelandschaft

Der Heidegarten war lange der Inbegriff eines Herbstgartens. Mit seinen Rosa- und Rottönen setzt er einen letzten Farbhöhepunkt im zu Ende gehenden Gartenjahr. Mittlerweile finden sich unter den Heidepflanzen, etwa Calluna und Erica, auch weitere Farbtöne wie Weiß und Blau – und sogar Heidekräuter mit unterschiedlichen Blühzeiten sind vertreten. Das bedeutet für dich: Mit der richtigen Planung und aufeinander abgestimmten Pflanzen gelingt dir ein ganzjährig blühender Heidegarten.


Heidegarten anlegen: Standortwahl und Planung

Heidepflanzen lieben die Sonne. Für die natürliche und gesunde Entwicklung eines Heidegartens, vor allem zur Hauptblütezeit, ist es daher wichtig, ihn in vollsonniger Lage und leicht hügelig nach natürlichem Vorbild anzulegen. Die Hügel unterstützen nicht nur die Sonneneinstrahlung, sie sorgen zudem auch für gestalterische Abwechslung.

Eher schattige Stellen solltest du lieber mit Gewächsen wie Rhododendren bepflanzen. Heidekräuter benötigen dagegen etwa zwei Drittel des täglichen Sonnenlichts, um sich optimal zu entwickeln. Eine freie Fläche, über die auch gerne der Wind pfeifen darf, mögen Heidepflanzen am liebsten.

Zusätzliche Möglichkeiten, den Garten zu gestalten, hast du durch diverse Dekoelemente, die sich harmonisch in die Heidelandschaft einfügen. Das können beispielsweise ein kleiner Teich samt Gartenweg oder clever platzierte Findlinge und Baumstämme sein.


Heidekraut pflanzen: den Boden vorbereiten

Heidekräuter in Rindenmulch

Heidepflanzen sind zwar grundsätzlich nicht sehr anspruchsvoll, bei der Erde machen sie aber eine Ausnahme: Der Boden sollte locker, leicht sandig und vor allem kalkarm sein.

Die besten Bedingungen für deinen Heidegarten bietet dir ein saurer Boden mit einem pH-Wert unter 5. Sollte der Wert in deinem Garten höher sein, kannst du mit spezieller Rhododendronerde und Humus nachhelfen – dazu wechselst du die Erdschicht bis zu einer tiefe von etwa 40 cm aus. Nach dem Pflanzen deckst du die Bodenoberfläche dann mit einer dicken Schicht Rindenmulch ab.

Die Zugabe von Sand unterstützt wiederum die so wichtige Bodenbelüftung und die Drainage – Staunässe vertragen die Heidepflanzen nicht besonders. Befreie den Boden außerdem vor dem Pflanzen von jeglichem Unkraut.


Ganzjährige Blütenpracht mit der perfekten Pflanzenwahl für deinen Heidegarten

Durch eine kluge Pflanzenauswahl schaffst du es, deine eigene kleine Heidelandschaft das ganze Jahr hindurch zum Blühen zu bringen – indem du nämlich Heidesorten mit unterschiedlichen Blütezeiten miteinander kombinierst. So hast du in jedem Monat eine andere schöne Farbenpracht. 

Hier einige Arten der Calluna und Erica mit ihren jeweiligen Blütezeiten:

  • Schneeheide (Erica carnea): Dezember/Januar bis März
  • Englische Heide (Erica x darleyensis): Januar bis April
  • Siebenbürgenheide (Erica spiculifolia): Mai bis Juni
  • Irische Heide (Daboecia cantabrica), Glockenheide (Erica tetralix), Grauheide (Erica cinera): Juni bis September
  • Sommer- oder Besenheide (Calluna vulgaris): verschiedene Arten, August bis Oktober

Um farblich keine allzu wilden Mischungen zu erzeugen, empfiehlt es sich, immer mehrere Pflanzen einer Art nebeneinander anzupflanzen und auf diese Weise kleine Gruppen zu bilden. So bildet sich nach einer Weile ein schöner Farbenteppich, wie er auch in natürlich gewachsenen Heidelandschaften vorkommt.

Die beste Pflanzzeit ist übrigens zweimal im Jahr: im Frühling und im Herbst. Achte beim Pflanzen darauf, dass jedes einzelne Exemplar genug Platz hat und nicht zu nah an seine Nachbarn heranreicht. 10 bis 20 Pflanzen pro Quadratmeter können es je nach der Größe der Sorte ungefähr sein.


Heide pflegen: Düngen, Rückschnitt und Überwinterung

Wichtigste Pflegemaßnahme ist das jährliche Zurückschneiden. Dies sollte immer nach der Blüte geschehen, außer bei spät blühenden Sommerheidesorten – diese schneidest du erst nach dem Frühjahrsfrost zurück. Bei der Schneeheide dagegen reicht sogar meist ein Rückschnitt alle zwei Jahre aus. Mutiges und kräftiges Zurückschneiden dankt dir dein Heidegarten mit gedrungenem Wuchs und blühfreudigen Trieben. Niedrigwachsende Sorten musst du dagegen nicht so tief zurückschneiden: Beschränke dich hier auf die alten Blütenstände sowie längere Triebe.

Beginne im zeitigen Frühjahr mit dem Ausbringen von natürlichem Dünger wie Kompost oder Hornspänen zur Sicherung der Grund- und Starternährung. Eine zweite Düngung erledigst du nach den Schnittarbeiten, um damit die Pflanzen beim Neuaustrieb zu unterstützen.

Fast alle Heidekrautarten zählen außerdem zu den winterharten Pflanzen. Ausnahmen sind etwa die Cornwall-Heide, die Grauen Heide und einige seltenere Sorten. Einem winterharten Heidegarten steht also nichts im Weg. Im Herbst gepflanzte Jungpflanzen sind wegen ihres noch nicht ausreichenden Wurzelwerks aber auch anfällig gegen Frost. Schütze die jungen Gewächse mit einem Gärtnervlies oder einer Schicht Reisig.


Die idealen Begleitpflanzen für deinen Heidegarten

Mit den richtigen Begleitpflanzen wird deine Heidelandschaft noch abwechslungsreicher und schöner. Folgende Arten von Gewächsen fühlen sich in deinem Heidegarten wohl:

  • Kleine Nadelhölzer: Dazu zählen vor allem immergrüne Gehölze wie Wacholder, Zwergfichten und Zwergkiefern. Diese sind generell recht genügsam und kommen gut mit dem kargen, sandigen Boden zurecht, den auch die Heidekräuter lieben. Ihre Größe gibt dem Garten zudem eine zusätzliche Dimension, ohne den Rahmen zu sprengen.
  • Stauden: Was in einen schönen Staudengarten passt, kann auch deine Heidelandschaft verschönern. Katzenpfötchen, Heidenelke, Distel, Thymian oder Schafgarbe setzen schöne Akzente. Im Frühling pflanzt du dazu außerdem Zwiebelblumen wie Schneeglöckchen, Wildtulpen und Wildnarzissen.
  • Gräser: Sie sorgen für ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild, ohne zu dominant zu wirken. Ob Seggen, Binsen, Pfeifengras, Blauschwingel oder Bärenfellgras: Diese Arten von Gräsern fügen sich mit ihrer Wuchshöhe und Ausdauer wunderbar in deine Heidelandschaft ein.
  • Sträucher: Hier ist vor allem der Rhododendron zu nennen. Er ist ähnlich pflegeleicht wie die Heidepflanzen und schafft einen spannenden Farbkontrast. Zudem passen auch kleine, fruchttragende Sträucher wie Preisel- und Rebhuhnbeere perfekt in alle Heidegärten hinein. Auch sehr beliebt: der Ginster – achte hier aber darauf, dass in deinem Heidegarten keine Kinder unbeaufsichtigt sind. Alle Pflanzenteile des Ginsters sind giftig sind!

Was tun bei Schädlingen im Heidegarten?

Hallimasch

Die meisten Schädlinge und Krankheiten machen deinem Heidegarten nichts aus – die wichtigste Ausnahme ist der Hallimasch. Das ist ein Pilz, der vor allem Bäume befällt, aber auch vor Heidepflanzen nicht Halt macht. Stellst du den weißen Pilz an der Rinde einer Heidepflanze fest, solltest du sie umgehend aus dem Beet entfernen und auch den Boden in der Umgebung abtragen – denn dort können sich bereits die Sporen des Pilzes breitgemacht haben.